Sunday, October 26, 2014

Suchmaschinen-Ranking und schlechte Links

Dezember 29, 2010 von Rainer Meyer  
Eingetragen bei Suchmaschinenoptimierung

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Im Laufe der letzten Wochen ist immer wieder die Diskussion aufgeflammt, ob Google und Co. nicht einen Fehler machen, wenn sie nicht zwischen guten und schlechten Links unterscheiden. “Link ist Link…”, könnte die spontane Antwort lauten, doch an einem konkreten Fall wurde deutlich, dass Links im Umfeld von verbraucherkritischen Anmerkungen möglicherweise ein Unternehmen fördern, dass sich durch wenig verbraucherfreundliches Verhalten auszeichnet.

Dazu muss man wissen, dass Google die Bedeutung der Verlinkung aus der Zitatpraxis bei wissenschaftlichen Arbeiten übernommen hat. Eine wissenschaftliche Arbeit gilt dann als bedeutsamer, wenn sie häufiger in anderen Arbeiten zitiert wird. Werden diese anderen Arbeiten ebenfalls sehr häufig von weiteren Arbeiten zitiert, dann ist das für die ursprüngliche Arbeit ein Ausweis von Reputation und sie wird auch sehr viel stärker als andere Arbeiten beachtet werden.

Es war die geniale Idee der Google Gründer dieses Prinzip auf Webseiten zu übertragen: Eine Webseite ist umso wichtiger, je häufiger sie von Webseiten verlinkt wird, die ihrerseits häufig verlinkt sind. Dieses Maß für die Wichtigkeit der einzelnen Website kann man auch berechnen und mittels der Maßgröße PageRank sich anzeigen lassen. Ob der PageRank gegenwärtig noch die frühe Bedeutung hat, ist umstritten. Das zugrunde liegende Prinzip “Externe Links von Webseiten, die selbst viele externe Links bekommen, steigern den Ranking-Erfolg jeder Webseite!” wird aber noch lange für Suchmaschinen-Optimierung relevant bleiben.

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Ein Link gilt also als Zeichen von Anerkennung und setzt sich über Reputation in erfolgreiche Platzierungen und hohe Besucherzahlten um. Was ist aber, wenn der Link gar nicht als Anerkennung gemeint ist? Wenn ein Unternehmen verbraucherunfreundlich agiert, dann führt dies auch im Internet zu vielen Kritiken. Diese kritischen Stimmen setzen auch Links und das Ranking-Prinzip der externen Verlinkung fördert eine Webpräsenz umso mehr, je negativer und kritischer über sie berichtet wird. Solche Links, die als Kritik und Hinweise auf negative Leistungen gesetzt werden, kann man als “schlechte Links” definieren.

Dass schlechte Links auch das Ranking fördern, wurde bisher kaum beachtet, könnte aber in den Zeiten von Social Media relevant werden, denn immer mehr Einzelpersonen setzen Links in sozialen Netzwerken oder in Blog-Kommentaren. Google hat auf die Kritik an der fehlenden Berücksichtigung schlechter Links relativ schnell reagiert und zugesagt, dass man den Ranking-Algorithmus anpassen werde. Daraus würde folgen, dass man bei Google zwischen guten und schlechten Links in Zukunft unterscheiden muss und schlechte Links aus der Ranking-Berechnung herausnimmt oder sogar zum Herabrufen von Resultaten benutzt.

Letzteres scheidet aber wohl aus, denn sonst würde man die Unternehmen motivieren, schlechte Links auf die Konkurrenz zu setzen, was dann ein neues Problem für Google und Co. aufwerfen würde. Nicht nur bezahlte Links müssen von unbezahlten, sondern auch ehrliche schlechte Links müssten von unehrlichen schlechten Links unterschieden werden.

Ebenfalls unklar ist, wie denn Google überhaupt einen schlechten Link von einem guten Links unterscheiden können will. Dazu müssten die Auswertungs-Algorithmen den Textinhalt des Linksumfeldes “verstehen” können. Und zwar nicht syntaktisch sondern semantisch (wie es Informatiker oder Sprachwissenschaftler  ausdrücken würden). Bisher ist es aber noch nie gelungen, ein Computer-Programm zu schreiben, das Inhalte semantisch erkennen kann. (Semantik muss dem Code künstlich hinzugefügt werden, so zumindest die Idee beim “Semantic Web”.) Deshalb ist die Ankündigung von Google, man werde sich bemühen, gute von schlechten Links zu unterscheiden, eher als unverbindliche Beruhigungspille einzuschätzen.

Und den Marketing-Strategen, die jetzt auf die Idee verfallen, mit schlechten Links schnell im Ranking nach vorne zu kommen, sollten mal prüfen, wie sich schlechte Links auf das Umfeld der geförderten Website auswirken. Denn mit den schlechten Links werden auch Seiten nach vorne bei Google und Co. gebracht, die insgesamt die Unternehmens-Reputation nach unten ziehen.

Ähnliche Begriffe:

  • schlechte suchmaschinen
  • schlechteste suchmaschine
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