Sunday, September 21, 2014

Google Plus Suchmaschinen-Optimierung

Juli 19, 2011 von Rainer Meyer  
Eingetragen bei Google, Suchmaschinenoptimierung

501427_original_R_by_Alexander Klaus_pixelio.de


“Google und Social Networking, das funktioniert nicht.” Diese Meinung ist in den letzten Tagen ins Wanken gekommen, den die probeweise Einführung des Social Networks Google Plus (bzw. Google+) ist bei Multiplikatoren im Bereich Journalismus und Marketing auf große Akzeptanz gestoßen. Nun ist plötzlich davon die Rede, dass das soziale Netzwerk Google Plus sowohl Facebook wie Twitter “killen” könnte. Angesicht des bisherigen Probebetriebs von Google Plus eine ziemlich steile These. Doch wenn Google Plus weiterhin auf so viel positive Resonanz bei Multiplikatoren stößt wie bisher, dann ergeben sich zumindest langfristig starke Auswirkungen für die Suchmaschinen-Optimierung.

Was ist überhaupt Google Plus?

Die Begriffsverwirrung über Google Plus bzw. Google+ hat unter anderem den Grund darin, dass zwei sehr unterschiedliche Dienste damit gekennzeichnet sind. Schon seit Längerem können Webmaster ihre Webseiten mit einem “Google+”-Button ausstatten, der weitgehend ähnlich wie der “Gefällt mir”-Button von Facebook funktionieren soll. Allerdings soll das Benutzen dieses Buttons nur Auswirkungen auf das Ranking innerhalb des eigenen sozialen Netzwerks haben. Man sieht so auch nur als angemeldeter Google-Nutzer die Bewertungen von anderen Nutzern, die mit einem verbunden sind.

Bisher hatte Google aber nur über Google Mail, bzw. Google Buzz und Google Profiles ein virtuelles Ad-hoc-Netzwerk vorausgesetzt. Nun soll das neue Netzwerk Google Plus diesen Bewertungen auf die Sprünge helfen. Doch wenn man auf die hier verlinkte Webseite wechselt, dann bekommt man nur den Hinweis: “Derzeit testen wir das Google+ Projekt noch mit einer begrenzten Anzahl an Nutzern, doch schon bald kann jeder mitmachen. Wenn Sie Ihre E-Mail-Adresse angeben, schicken wir Ihnen eine Mitteilung, sobald der Nutzerkreis ausgeweitet wird.” Es soll aber schon zehn Millionen dieser Tester geben, doch das ist wenig im Vergleich zu Facebook oder Twitter. Damit die Bewertungen überhaupt von Google als relevant eingeschätzt werden können, wird man wohl darauf warten müssen, ob die aktive Nutzerzahl von Google Plus tatsächlich viele Bewertungen abgibt und auf welcher Basis diese Bewertungen erfolgen.

Wie können Bewertungen bei Google Plus abgegeben werden?

Bereits jetzt können angemeldete Google Nutzer Bewertungen abgeben, denn Ihnen wird bei jeder Webseite auf der Suchmaschinenergebnisseite ein “Google+”-Button angezeigt. Allerdings müssten sie hierzu sich zunächst die Webseite ansehen, dann zur Google-Suchmaschinenergebnisseite zurückgehen und dort den “Google+”-Button anklicken. Webmaster, die darauf setzen, dass diese Bewertungen später mal relevant im Sinne der Suchmaschinen-Optimierung werden könnten, sollten aber den “Google+”-Button unten auf Ihrer Webseite einbetten, damit die Besucher im nachhinein (wenn sie die Webseite für sich als befunden haben) hier ihr Lob aussprechen können. An dieser Stelle wären dann auch andere Social Bookmark-und Social Network-Buttons zu verwenden, wie Twitter-Mitteilung oder “Gefällt mir” von Facebook. (Ob das Verwenden dieser Buttons der Suchmaschinen-Optimierung dient ist vorläufig noch nicht gewiss, doch man sollte auf jeden Fall ihre datenschutzrechtliche Unbedenklichkeit prüfen, insbesondere wenn es um den “Gefällt mir”-Button von Facebook geht.

Ist das soziale Netzwerk Google Plus mal freigeschaltet, dann ergeben sich weitere Möglichkeiten der Bewertung durch Netzwerk-Mitglieder. So können mit der Funktion “Circles” die eigenen Kontakte in verschiedene, sich überlappende Kreise angeordnet werden. Anders als bei Facebook (und ähnlich wie bei Twitter) ist es keine Bedingung, dass Kontakte jeweils wechselseitig sind. Dies erhöht den Einfluss der Multiplikatoren, die auf Grund ihres Ansehens oder ihrer fachlichen Kompetenz von vielen beachtet werden. Von so vielen, dass sie selbst ihre Rezipienten nicht mehr alle auch beachten können. Promoten nun diese Multiplikatoren eine Webseite, dann ist ihr hohe Beachtung sicher. Aber ist diese “externe Verlinkung” von gleicher Qualität wie eine externe Verlinkung von einer Webseite, die themennah zum verlinkten Content steht? Mit diesem Problem haben sich Google und Co. schon im Zusammenhang mit Twitter-Links beschäftigt. Offiziell stehen die unter Nofollow-Vorgabe, aber in bestimmten Fällen sollen sie doch das Ranking fördern. Diese Fälle werden durch zusätzliche veränderte Ranking-Algorithmen bestimmt und die stehen unter dem Geschäftsgeheimnis der Suchmaschinen. Zumindest lässt sich also gegenwärtig schon sagen, dass solche Links dem Ranking nicht schaden, wenn sie seriös (ohne finanzielle Vorteile für den Linkenden bzw. ohne Bezahlung durch den Verlinkten) gesetzt wurden.

Eine weitere Möglichkeit der Bewertung ergibt sich durch die Funktion Sparks. Hier können die bekannten Google Alerts mit Google News Meldungen kombiniert werden. Über Themen werden Nachrichten zu eigenen Suchbegriffen mit allgemeinen Nachrichten kombiniert und damit für Nutzer die Ressourcen des Internet auf neue Weise erschlossen. Allerdings ist dies eine qualitative Bewertung von Themen und Trends. Solche wären auch quantitativ auswertbar, aber um das Ranking zu beeinflussen müssen viele Millionen Nutzer diese Funktion aktiv gebrauchen. Eine kurzfristige Auswirkung von Sparks auf die Suchmaschinen-Optimierung ist nicht zu erwarten.

Was bisher noch fehlt bei Google Plus ist die Möglichkeit von Firmenwebsites, wie man sie von Facebook kennt. Hier bietet sich eine Integration mit Google Places an, das bereits jetzt sehr intensiv zur Suchmaschinen-Optimierung genutzt werden kann, wenn es lokale oder regionale Aspekte geht.

Damit man endgültig abschätzen kann, ob und wie Google Plus für die Suchmaschinen-Optimierung relevant wird, wird man abwarten müssen, bis die Nutzerzahl von Google Plus in vergleichbare Größenordnungen wie Twitter oder Facebook vorstoßen wird. Und wie darauf die Mitbewerber reagieren werden.

 

Bild: Alexander Klaus  / pixelio.de

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