Friday, September 19, 2014

Social Media Marketing als Antwort auf neue Anforderungen

November 10, 2010 von Rainer Meyer  
Eingetragen bei Online-Marketing

[ad#ad-head-468x15]

“Social Media” hat als Begriff inzwischen das umständliche “Web 2.0″ verdrängt. Beide Begriffe meinen aber im Grunde dasselbe: Der Internetnutzer wandelt sich vom passiven Konsumenten zum aktiven Mitmach-Gestalter, wenn er das Web oder Internet-Medien nutzt.

Mitmachen und Gestalten kann im Internet mit ganz kleinen Schritten beginnen. Man muss nicht gleich einen eigenen Blog mit täglich aktuellen Beiträgen aufsetzen, um Social Media zu nutzen. Einfluss auf die Darstellung von Medien kann man bereits nehmen, wenn man bei Amazon eine Rezension für gut oder für schlecht befindet oder wenn man bei eBay dem Handelspartner eine gute oder schlechte Bewertung gibt. Denn beide Effekte haben eine Öffentlichkeitswirkung, die für den Handelspartner und auch für den Buchautor nicht nur die Reputation, sondern auch den Geldbeutet beeinflussen kann.

An beiden Beispielen wird auch deutlich, dass Mitmach-Potentiale nicht erst seit ein paar Jahren im Internet auftreten, denn die Anbieter Amazon und eBay sind so alt wie das breiter genutzte World Wide Web, also schon über 15 Jahre. Das eigentlich neue an der Internet-Nutzung (im Vergleich zu anderen Medien) ist die Möglichkeit der direkten Interaktion und damit das Potential zum Mitmachen. Dieses Potential wurde zunächst von vielen Unternehmen, die ab Mitte der 1990er Jahre ins Web drängten, kaum erkannt. Websites wurden sehr oft als Umsetzung von Präsentationsmappen und Werbebroschüren konzipiert; war ein Rückkanal in Form eines Fragebogens mit Weiterleitungsmöglichkeit vorhanden, dann galt das entsprechende Unternehmen schon als fortschrittlich.

Erst der Erfolg von Wikipedia, persönlicher Blogs und sozialer Netzwerke im Internet hat etwa seit 6 Jahren auch zu einem Umdenken beim Online Marketing geführt. Da die Internet-Nutzer Möglichkeiten der Beteiligung erwarten, sind viele Unternehmen motiviert diese anzubieten, weil sie sonst befürchten müssen, dass die Bewertungen anderswo gegeben werden (z.B. bei Wikipedia, Blogs oder in sozialen Netzwerken). Und es besteht die Gefahr, dass Suchmaschinen wie Google kritische Bewertungen nach vorne bringen. Denn Suchmaschinen sind stets bestrebt, das vorne zu ranken, was aus der Sicht der Nutzer hohe Relevanz hat und dies sind selten Websites, die wie die Umsetzung von Image-Broschüren wirken. Denn diese erhalten kaum Links, weil sie zu wenig überraschendes, spannendes, kontroverses oder hilfreiches enthalten.

[ad#ad-post-468x60]

Wenn man beispielsweise bei Google nach den Begriffen “‘Entschädigung Flugverspätung” sucht, dann findet man extrem viele Verbraucher-Informationen, die sich kritisch mit Fluggesellschaften und Reiseanbietern auseinandersetzen. Man erkennt schnell, dass die entsprechenden Firmen ein Reputationsproblem haben und keine geschickte Kommunikationspolitik verfolgen. Wenn das Thema weiter hochkocht, dann ist es durchaus vorstellbar, dass auch das Ranking bei weniger kritischen Abfragen sich zu Ungunsten dieser Anbieter entwickelt.

Mit Social Media Marketing können Unternehmen den neuen Trend positiv aufgreifen und für die Verbesserung der Marktposition nutzen, aber auch auf solche Reputationsprobleme reagieren. Wichtig ist aber, dass das herkömmliche Marketing-Verständnis eine gewisse Modifikation erfahren sollte. Denn Social Media Marketing kann nicht als einseitige Kommunikation funktionieren. Die Nutzer erwarten Mitmachmöglichkeiten und damit authentische Kommunikation. Dies bedeutet, dass man sich bei auftretenden Mängeln den Frust und die Kritik der Nutzer anhören muss und mit echten Maßnahmen darauf reagiert.

Welche Strategie man beim Social Media Marketing konkret einschlägt, ist in jedem Einzelfall zu prüfen. Denn die Zielgruppen sind sicherlich in sehr unterschiedlicher Weise im Mitmach-Internet aktiv. Bei jüngeren und besser gebildeten Leuten, kann davon ausgegangen werden, dass diese bei Facebook oder den entsprechenden deutschen Konkurrenten aktiv sind. Geschäftskunden im B2B-Marketing wird man eher bei XING finden, insbesondere dann, wenn man sich in einem technisch ausgerichteten Geschäftsfeld befindet.

Naheliegend ist es daher, entsprechend der konkreter zu bestimmenden Zielgruppe, bei einem sozialen Netzwerk mit dem Social Media Marketing zu beginnen und dort ein Profil mit Interaktionsmöglichkeiten anzubieten. In diesem Zusammenhang wird gegenwärtig viel über Facebook und Facebook-Fanseiten (offizielle Bezeichnung: Facebook Seiten) gesprochen. Ein normales Profil kann jeder bei Facebook erstellen und hier Personen aufnehmen, die als Freunde einzustufen sind. Viele Freiberufler nutzen das allerdings in dem Sinne, dass sie verbundene Geschäftspartner und freundliche Kunden aufnehmen. Je nachdem, wie die Freigabe-Optionen eingestellt werden, können aber auch andere hier Anmerkungen und Fragen stellen. Damit hat eine verantwortliche Person im Unternehmen bereits Möglichkeiten der Nutzung von Social Media Marketing, für das verschiedene Steuerungsmöglichkeiten bleiben.

Größere Unternehmen können eine Facebook Fanseite einrichten und damit klarer den Zielvorstellungen von Facebook entsprechen, denn hier können auch “Freunde” aufgenommen werden, die den Unternehmensverantwortlichen nicht direkt bekannt sind. Allerdings benötigt eine solche Facebook Seite regelmäßig Aktivitäten, denn die Kontakte des Unternehmens wollen ihre Bereitschaft zum Kontakt gewürdigt sehen. Auch hier zeigt sich, dass Social Media Marketing mit einer längerfristigen Perspektive geplant werden muss und dass dafür auch Ressourcen bereitzustellen sind. Ebenfalls ist es sehr wichtig Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinen-Monitoring zu betreiben, um zu erkennen, wie sich die neuen Aktivitäten im Ranking darstellen.

Be Sociable, Share!

Hinterlassen Sie eine Antwort